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Reisebericht: Albanien (26.05. - 01.06.2019)
 
Teilnehmer: Stefanie Klimmer, Christoph Simma, Simon Flatz und Paul Wohlgenannt


Tag 1: Sonntag
 
Am frühen Sonntagmorgen um 6:50 Uhr trafen wir uns in Wolfurt. Erstes Ziel war der Bahnhof in Bregenz. Dort sammelten wir Christoph ein und fuhren los Richtung Flughafen Zürich. Gestärkt von einem typischen „Schweizer Gipfeli“ in Zürich flogen wir über Ljubljana nach Tirana.

   


 
Nach dem freundlichen Empfang vom albanischen Projektteam (Ida, Nikoll, Ndue und Mark) kamen wir am Nachmittag in Lezha in den Genuss von einem wunderbaren albanischen Essen mit Gemüse, Fleisch, Fisch und Obst. Im Anschluss startete die Reise in die albanischen Berge von Fan.

Dort angekommen bezogen wir unser Quartier bei unserer Hausherrin Dalina. Am Abend vollzogen wir noch den Währungswechsel der Projektgelder und ließen den Abend bei Kaminfeuer und der Wochenbesprechung ausklingen.

   


Tag 2: Montag
 
Am Montag besuchten wir gleich nach dem wunderbaren Frühstück die nahe gelegene Gesamtschule  in Klos, vor der schon Florjana wartete, die zweite Dolmetscherin. Dort durften wir viele berührende Vorführungen der Kinder bestaunen.

   

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Anschließend ging es wieder in die Berge um die inzwischen geschlossenen Schulen Shengjin und Petoq anzusehen. In Shengjin ist mittlerweile ein kleiner Kindergarten mit drei Kindern untergebracht. Weiter ging es auf den holprigen Straßen zu Maler Mark und seiner Frau Brenda, denen wir eine kleine Unterstützung gaben.

Den Weg zurück nach Klos legten wir zum Teil zu Fuß zurück. Dann lernten wir den Direktor, den Vizedirektor und weitere Lehrpersonen der Gesamtschule in Klos bei einem Kaffee kennen. Wetterbedingt gingen wir, anstatt zu grillen, in einer Raststätte Mittagessen. Auf einem abenteuerlichen Verdauungspaziergang auf dem Pannenstreifen der Autobahn, machten wir eine Ruhepause und kontrollierten am Nachmittag die Belege aus dem vergangenen Jahr 2018. Am Abend betrieben wir „länderverbindende Beziehungspflege“ mit Liedern und Gitarre.

   

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Tag 3: Dienstag
 
Der 3. Tag startete mit einem Frühstück, bei dem das Highlight Dalinas selbstgemachtes, lauwarmes Weißbrot war. Dazu noch Ursulas und Pauls selbstgemachte Marmeladen, Salami, Käse und das Regenwetter war vergessen. Gut gestärkt machten wir eine kleine Wanderung zur Schule nach Klos. Nach weiteren Klassenbesuchen und vielen wundervollen Aufführungen, sahen wir ein Theaterstück der Oberstufen, die jede Woche am Samstag den „Schüler-helfen-Schülern“-Englischunterricht besuchen. Im Anschluss gab es die große, klassenübergreifende Schulaufführung auf dem Schulhof. Niemand von uns Neulingen hat mit so einer imposanten Vorführung gerechnet.  

   

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Florjana hat Simon in den heimischen Volkstanz eingeführt, dessen Rhythmen man sich nur schwer entziehen kann. Das verschobene traditionelle Grillen vom Vortag holten wir einfach am Kaminfeuer nach. Die mitgebrachten Schüblinge und Landjäger schmeckten allen sehr. Stefanie, Christoph und Simon konnten hier noch nicht ahnen, in was für eine Welt sie nach dem Essen eintauchen werden. Es stand der Besuch zweier armer Familien auf dem Programm.  

   


 
Diesen Familien übergaben wir die Essenspakete und eine Unterstützung. Es herrschte Starkregen und irgendwie passte das Wetter zu der Stimmung. Die beiden Mütter führten uns stolz in ihre Häuser. Auf dem Rückweg ins Quartier herrschte im Auto absolute Stille. Das eben Gesehene und Erlebte ging anscheinend jedem nahe.
Die Besprechung bezüglich der Einsparungen fand am Abend statt und wurde professionell geführt. Danach ging es mit unserem Liederabend weiter.


Tag 4: Mittwoch
 
Bevor wir in Richtung Dom Gjon aufbrachen, besuchten wir auf dem Weg noch eine geschlossene Schule und Mark überraschte uns mit frischen Kirschen. In Dom Gjon angekommen, bekamen wir wieder einige Klassenaufführungen.  

   

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Nach diesen tollen Erlebnissen spazierten wir bergauf zu der ältesten Quelle im Balkan. Unterhalb der Quelle liegt das Elternhaus unserer Dolmetscherin Florjana. Hier bekamen wir ein großes und abwechslungsreiches Mittagessen mit frischem Gemüse aus dem eigenen Garten. Der Nachmittag diente zur kurzen Ruhepause, bevor wir zu Nikoll´s Elternhaus fuhren.  

   

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Dort angekommen gaben Stefanie und Simon einen Crashkurs zum Thema Kompost für Nikoll´s Vater. Er hat uns versprochen, die Möglichkeit des Kompostierens zu testen. Paul schaut bei seinem nächsten Besuch im Herbst nochmal bei ihm vorbei und ist schon sehr gespannt, wie es Nikoll´s Vater so ergangen ist. Das Ziel dieses Kompost-Projekts ist es, die Kunst des Kompostierens in dieser Region einzuführen. Der Tag wurde bei Kaminfeuer und sehr viel Essen in Nikoll´s Elternhaus beendet.


Tag 5: Donnerstag
 
Unser letztes Frühstück im Fan-Tal fand bei sonniger Bergkulisse, dank wunderbarem Sonnenschein, statt. Wir räumten unser Quartier, verabschiedeten uns bei Dalina und machten uns auf in Richtung Shkodra. Danach hieß es Zimmer im Hotel beziehen und Mittagessen. Paul zeigte uns am Nachmittag den Weg zum Jugendzentrum.  

   


 
Dabei liefen wir an einer schönen Promenade des Shkodra-See´s entlang bis wir am Veranstaltungsort ankamen. Dort angekommen, wurde vor allem Paul schon sehnsüchtig erwartet. Aber auch Stefanie, Christof und Simon wurden sehr herzlich vom ASTA-Team und den Kindern empfangen.  

   


 
Die wunderschöne Show die die Kinder uns darboten, gefiel auch deren Eltern. Als die Show zu Ende war, gab es noch ein Buffet, bis wir mit dem ASTA-Team auf einen Kaffee gingen. Zum Abendessen liefen wir zu einem Restaurant am Fluss, wo wir den Abend gemütlich ausklingen ließen.  


Tag 6: Freitag

   


 
Am Freitag machten wir zuerst die Abschlussbesprechung mit dem Fan-Team und verabschiedeten uns von diesen bemerkenswerten Personen. Dann durften Stefanie, Christof und Simon zuerst die Burganlage in Shkodra besichtigen, bevor wir die Kinder im ASTA-Zentrum besuchten.  

   

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Die Leiterin des ASTA-Zentrums Alfrida zeigte uns voller Stolz alle Räume und Möglichkeiten, welche die Kinder dort vorfinden. Die Kinder wurden hier gerade bei den Hausübungen und beim Lernen unterstützt und wir durften ihnen über die Schultern schauen. Ein großer Moment für die Kinder bei Paul´s Besuchen ist immer das gemeinsame Pizzaessen. Die Freude in den Augen der Kinder ist unbeschreiblich. Anschließend wurden auch hier die Projektgelder an Angjela übergeben. Am Nachmittag wurde es ernster.  

   


 
Wir kauften Lebensmittelpakete im nahegelegenen Lebensmittelgeschäft und verteilten es an die Familien der Kinder des ASTA-Zentrums. Dort wurde uns erst bewusst, unter welchen Umständen die Kinder leben müssen. Für uns Neulinge war es nicht immer leicht diese Situationen einzuordnen. Zum einen sieht man, wie fröhlich die Kinder im ASTA-Zentrum und bei ihrer Vorführung waren und zum anderen diese schwierigen Lebenssituationen, denen sich die Kinder täglich stellen müssen.

   


 
Am Freitagabend gingen wir noch gemeinsam mit den ASTA-Betreuern und einigen ehemaligen Heimkindern an den See essen. Bei vielen Gesprächen lernten wir sehr viel über die Hintergründe des ASTA-Projektes, sowie über die Lebensläufe der Betreuer. Nach einem sehr langen Tag mit vielen neuen Eindrücken, saßen wir vier Vorarlberger noch gemütlich im Hotel zusammen.


Tag 7: Samstag
 
Der Samstag war der Abreisetag. Alfrida und Angjela holten uns beim Hotel ab. Dann ging es Richtung Shengjin, das direkt am Meer liegt. Hier genossen wir noch ein feines Frühstück und einen Strandspaziergang.  

   


 
Der Abschied von Alfrida und Angjela fiel uns nicht leicht, denn sie waren uns in der kurzen Zeit richtig ans Herz gewachsen. Ein Bekannter von Alfrieda und Angela fuhr uns zum Flughafen. Dort angekommen gab es noch eine kleine Überraschung in Form einer Flugänderung. Der Flug ging nicht wie angenommen wieder über Ljubljana, sondern über Wien. Für unsere tolle Reisegruppe war das jedoch kein Problem, da wir in dieser Woche durch die vielen Eindrücke irgendwie geerdet wurden und solche Kleinigkeiten unbedeutsam sind. Wir drei sagen hiermit vielen Dank an Paul, dass wir dich begleiten durften!
Stefanie, Simon und Christoph  


„Schüler helfen Schülern“
 
Eindrücke von der Albanienreise im September 2018
Teilnehmer: Ursula und Paul Wohlgenannt, Bertram Thaler, Martin Türtscher

   


Was leistet der Verein Schüler helfen Schülern in Albanien?
 
Das Projekt fördert die Entwicklung von Schulen im Fan-Tal, hilft armen Familien durch Sachspenden und erhält eine Tagesbetreuungseinrichtung für ca. 40 Kinder und Jugendliche in der Stadt Shkodra.

   


Was waren die stärksten Eindrücke?
 
Die offenen, aufgestellten, lebensfrohen Kinder in den besuchten Klassen, ihr Können und ihre Motivation! Eindrücklich auch, wie engagiert die Lehrpersonen mit geringen Mitteln ihre Arbeit tun, und das mit sichtbarem Erfolg. Dann die Gastfreundschaft der Menschen, mit denen wir zu tun hatten – berührend angesichts der herrschenden Armut. Albanien bedeutet ein Wechselbad der Gefühle: atemberaubende Landschaften, verwundet durch brutale Eingriffe, Menschen, die im Elend leben, zähe Arbeit für die Menschen auf lokaler Ebene,  im Stich gelassen von staatlichen Behörden, postkommunistische Lethargie und jugendlicher Überlebenswille zugleich.

   

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Ist dieses Hilfsprojekt nachhaltig?
 
In schulischer Hinsicht auf jeden Fall. Die Abschlussklassen der Schule in Klos erbringen im Landesvergleich gute bis sehr gute Ergebnisse. Viele Schülerinnen und Schüler wechseln auf das Gymnasium, alle von ihnen haben im letzten Jahr die Matura bestanden. Der Verein fördert Studentinnen und Studenten, die sich ein Studium in Tirana sonst nicht leisten könnten, mit einem monatlichen Betrag von 70€.

   

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Was hat sich im Fan-Tal seit Beginn des Projekts verändert?
 
Nach und nach wurde allen Kindern der Region der Schulbesuch ermöglicht, heute gehen annähernd 100% der Kinder zur Schule. Zahlreiche Kleinschulen sowie die zentrale Schule in Klos wurden renoviert oder sogar neu gebaut und mit einem Grundbestand an Lehr- und Lernmitteln ausgestattet. In diesem Jahr aber hat die Regierung beschlossen, sämtliche  Schulen mit weniger als 70 Kindern zu schließen! Davon sind einige unserer Schulen betroffen. Als Ersatz wurde ein Schülertransport nach Klos eingerichtet. Die Klassengrößen liegen nun zwischen 15 und 20 Kindern. Was mit den aufgelassenen Schulen passiert, ist noch offen.

   

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Wo liegen die großen Probleme heute?
 
Im Fan-Tal gibt es unendlich viel Arbeit, jedoch kaum solche, mit der sich auch Geld verdienen ließe. Es fehlt an dringend benötigten Investitionen und damit auch an Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die meisten Menschen überleben nur als Selbstversorger. Die hohe Arbeitslosigkeit begünstigt die Landflucht .Gerade junge Menschen versuchen ihr Glück in den Städten oder im Ausland, z.B. über 3-Monats-Arbeitsvisa in der EU.
Die medizinische Versorgung ist für unsere Begriffe völlig unterentwickelt, beim Thema Müll ist das Problembewusstsein kaum vorhanden, die Straßen und Wege abseits der Autobahn sind meist unbefestigt, das Stromnetz ist veraltet und entsprechend anfällig. Die Trostlosigkeit führt auch zu seelischer Verwahrlosung, Alkohol und Drogen sind ein großes Problem.

   

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Was können Schulen in dieser Situation tun?
 
Neben einer guten Grundbildung für alle dient die Schule einem Teil der Kinder als Sprungbrett in bessere Berufe außerhalb des Tals. Doch damit allein ist dem Tal nicht geholfen. Die Schulen müssten neben der Allgemeinbildung auch praktische Fähigkeiten fördern, die an allen Ecken und Enden gefragt sind und ein Überleben als Selbstversorger erst ermöglichen. Die Schule ist ein Ort der Zukunft, auch wenn die Bedingungen noch so schwierig sind. Eine Polytechnische Schule könnte die Situation verbessern.


Es ist schon viel geschehen – es gibt noch viel zu tun.
 
Ein dankbarer Brief einer jungen Albanerin drückt vielleicht am schönsten aus, dass die jahrelange Entwicklungsarbeit  zumindest einem Teil der Menschen eine hoffnungsvolle Perspektive ermöglicht hat, auch wenn dadurch natürlich noch nicht alle Probleme der Region behoben werden konnten.
  



   

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Einige Sätze aus dem Brief von Sabina:
 
Für mich war es ein wunderbares Gefühl diesen Abschluss zu erlangen, vor allem, dass ich es geschafft habe, innerhalb von drei Jahren alle Prüfungen rechtzeitig zu bestehen……..danke für die finanzielle und menschliche Unterstützung, es war eine unglaublich große Hilfe für meine Familie und mich……..die Jahre während meines Studiums waren nicht immer leicht. Ich hatte Familiensorgen, schwierige Fächer, Prüfungsangst und Stress, aber ihr habt mir den Weg leichter gemacht……

   


Wie können wir einen Beitrag leisten?
 
Das Projekt geht weiter und stellt sich den Aufgaben, die da sind und die kommen werden. Es ist möglich, eine Spende an den Verein zu leisten, einzelne Familien mit einem jährlichen Geldbetrag zu unterstützen oder mit € 15 monatlich das Essen für ein Kind im ASTA-Jugendzentrum zu übernehmen. Daneben freuen wir uns über alle, die aktiv im Verein mitmachen wollen.

Martin Türtscher ( Lehrer aus Satteins )


Kontaktadresse:  paul.wohlgenannt@vol.at                                       Spendenkonto:    SPK Bregenz-Wolfurt
                 Lerchenstr. 4  6922 Wolfurt
                 05574/78710
                                                                     IBAN: AT62 2060 1005 0000 2498
                                                                                        BIC:  SPBRAT2BXXX                                                        
                                                                                           Schülerhilfe für Albanien








Albanienreise vom 20.05. - 26.05.2018
 
Dabei waren Rainer Martin, Günter König und Paul.



Sonntag : 20.05.
 
7.00 Uhr Abfahrt in Wolfurt - 10.30 Uhr Abflug in Zürich - 13.25 Uhr Ankunft in Rinas (aus Ljubljana) - Essen im Hotel vor Lezha - Fahrt nach Klos - Obst an den Ständen kaufen - Einkauf im Supermarkt für die Tage im Projektgebiet - Quartier - Geldübergabe - Wochenplan besprechen

   


Montag 21.05.
 
Um 8.00 Uhr liefen wir ca. 35 min auf einer katastrophalen
Straße - es hatte geregnet - zum Hauptort Klos  

   

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Klassenbesuche mit vielen schönen Vorführungen

   

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Wir besuchten die Bücherei - fuhren hoch in die Berge zu einer schönen Wiese, machten eine Rast und ein Feuer, damit wir die mitgebrachten Landjäger und Schüblinge grillen konnten ... herrliche Ruhe ... nur wir waren hier ... niemand störte unser Dasein!

   


 
Danach fuhren wir zu einem alten Ehepaar, das hier einsam in den Bergen lebt - ich glaube, wir sind die einzigen Menschen, die auf Besuch kommen.

Nach einer Ruhepause kontrollierten wir die Ausgaben vom Jahr 2017 - jede Rechnung wurde angeschaut.
Kein Fehler konnte entdeckt werden.

   


Dienstag 22.05.
 
Fahrt auf der Autobahn zur Schule Sang - dort besuchten wir 2 Klassen

   


 
Danach fuhren wir auf der anderen Seite einen Berg hoch und schauten uns die Schulen Shengjin und Petoq an - Kinder zeigten uns ihre Hefte, sagten Gedichte auf und sangen Lieder - erstaunlich hohes Niveau.
Die Schule rechts ließen wir 1995 als erste renovieren. Es war der Start für das Projekt "Schüler helfen Schülern".
Viele Lehr- und Lernmittel, die wir finanzierten, schmücken nun die Klassenzimmer.

   

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Am Nachmittag besuchten wir diese Familien !
Sicher die 2 ärmsten Familien im Projektgebiet - wir brachten Lebensmittel, und sie erhielten auch ein wenig Geld.
Beim ersten Besuch im September 2016 sahen wir nur einen Teller, ein Glas, kein Wasser im Haus, keine Heizung,...trostlos !
Auf dem rechten Foto bekam der Mann 5 Tage Urlaub aus dem Gefängnis (Drogen), um die Leute aus Österreich kennen zu lernen.
Die Freude über unsere Hilfe war riesengroß!

   


Mittwoch 23.05.
 
Günter, Rainer, Handwerker Mark und die Dolmetscherin Florjana fuhren zu den Schulen Gjageza und Domgjon, um die Dächer, Kamine,... zu überprüfen

   


 
Die andere Gruppe war im Gymnasium zu Gast . Eine begabte Schülerin überraschte uns mit ihren Zeichnungen. Teils nachgemalt, teils "Eigenproduktion".

   


 
Danach sahen wir ganz tolle Vorführungen ....
In der Freizeit übte der Musiklehrer Fran mit einigen Kindern Musikstücke - ohne Bezahlung - und außerhalb der Unterrichtszeit.
Für 1.000 Euro kauften wir der Schule 10 Shiftelis.
Es gab auch Jazzdance mit selbstgebastelten Papierblumen, es sah sehr hübsch aus.

   

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Anschließend gab es einen Wettkampf gegen das Gymnsium Reps mit den Disziplinen Fußball, Volleyball, Tauziehen und Wettlauf.
Am Nachmittag trafen sich dann der Schulinspektor, der Bürgermeister, die Direktoren und wir zu einem Gadankenaustausch.

   


Donnerstag 24.05.
 
Um 9.30 Uhr verabschiedeten wir uns in Klos und fuhren nach Shkodra zu unserem Hotel am Stadtrand.
Unsere Partner Ndue und Nikoll sowie die Dolmetscherin Ida machten eine Ruhepause - Günter, Rainer und ich liefen in die Innenstadt. Um 16.00 Uhr wurde in der Kathedrale mit vielen Vorführungen 10 Jahre Jugendzentrum ASTA gefeiert.
Die Betreuerinnen und Kinder zeigten vor großem Publikum ein sehr schönes Programm.

Danach besuchten wir mit der Fam. Böhler, mit der Tochter Kaharina und ihrem Partner ( Besuch aus Wolfurt ) noch das Jugendzentrum ASTA  

   


Freitag 25.05.
 
In der Früh hatten wir mit unserem Alb.Team noch eine Besprechung - danach fuhren unsere Partner nach Hause - Günter und Rainer stiegen zur Burg Rozafa hoch, während ich zum Jugendzentrum ASTA lief.

   


 
Höhepunkt für alle - um ca. 12.00 Uhr wurden die ersten Pizzen geliefert - wir sahen nur strahlende Kinderaugen - es ist immer wieder schön Freude zu schenken.

   


 
Nach dem Essen wurde fleißig gelernt - Hausaufgaben, Nachhilfestunden, jedes Kind lernt eine Fremdsprache - einfach toll.

   


 
Am Nachmittag konnten 11 bedürftige Familien besucht und mit Lebensmitteln beschenkt werden.

   


Samstag 27.05.
 
Um 9.30 Uhr Fahrt mit einem großen Auto nach Shengjin ( bei Lezha ), um dort am Meeresstrand ein gutes Frühstück zu genießen, um danach die Heimreise anzutreten.

   


 
Rainer, Günter und ich ich hatten zusammen mit unseren alb. Partnern wieder wunderschöne Tage. Alles ist zu unserer Zufriedenheit gelaufen.
Die Schulen haben von der Lehrerfortbildung ganz viel profitiert, die Stimmung unter dem Lehrkörper und den SchülerInnen  ist zuversichtlich.

Das Jugendzentrum ASTA in Shkodra ist für uns immer wieder eine Freude, wenn man sieht, wie es den Kindern aus sozial sehr schwachen Familien  Freude macht dort zu sein, mit anderen zu lernen, zu spielen und ganz viel Spaß zu haben.

Ich möchte mich bei allen, die dazu beigetragen haben,  herzlich bedanken!

Paul Wohlgenannt

PS:  Mit einem Dauerauftrag von monatlich 15 Euro schenken Sie einem Kind im Jugendzentrum ASTA ein tägliches Mittagessen.






Reisetagebuch Albanien für Anfänger Herbst 2017
 
Samstag, 23. September 2017

Um 14.Uhr 30 setzt unser Flugzeug etwas unsanft in Tirana auf, was Ursula mit der Aussage „Die haben auch hier Schlaglöcher!“ quittiert. Ein Satz, der mich die ganze Woche begleiten wird.

Vorangegangen war eine Fahrt mit „Chauffeur“ Paul nach Zürich, eine leicht hektische Parkplatzsuche und ein verspäteter Abflug mit der Ungewissheit, den Anschlussflug in Ljubljana zu erreichen. Nett, dass das Flugzeug dort auf uns wartete.

   


 
In Tirana angekommen, entschädigt das Empfangskomitee und wunderbares, warmes Wetter für den Reisestress. Ndue, Nikoll, Ida und Mark holen uns ab und mit zwei Jeeps fahren wir in Richtung Lezhe, wo ich erstmals die reichhaltige albanische Küche genieße.
Sie wird mir am Ende der Reise zu einer unerwarteten Gewichtszunahme verhelfen.

Gut gelaunt und gestärkt geht`s  weiter nach Fan. Eine neue Autobahn verkürzt die Anreisezeit mittlerweile von acht auf zwei Stunden. Von Fan fahren wir nach einem kurzen Einkauf im „Supermarkt“ und dem Hinzustoßen von Florjana, unserer zweiten Übersetzerin, über eine wilde Straße im Schneckentempo zum Haus von Dalina inmitten der albanischen Berge. Die wilden Bergstraßen mit ihren „Schlaglöchern“ erinnern mich ab nun jeden Tag an Ursulas lustigen Landekommentar.

Durch einen Weinberg führt ein schmaler Weg zu unserem Haus, welches durch einen Zaun und eine schwere Metalltüre gesichert ist. Hier üblich und notwendig?  Im Hof steht ein Mondfahrzeug?  

   


 
Lukas und Cindy sind nach einer mehrwöchigen Balkanreise mit ihrem „Camper“ überraschenderweise in letzter Sekunde auch noch zum Team gestoßen. Wir sind jetzt neun Leute.

Der Abend verläuft gemütlich mit einer detaillierten Programmbesprechung von Paul vor dem Kaminfeuer im einzigen geheizten Zimmer des Hauses.

Sonntag, 24. September 2017

Strahlender Sonnenschein und ein Frühstück im Freien um 7 Uhr früh eröffnen den Tag. Dalina bringt frisch gebackenes Brot, Paul und Ursula sorgen für ein abwechslungsreiches Frühstück mit dampfendem Kaffee, selbstgemachten Marmeladen, Wurst und Walser Bergkäse.

   


 
Ein dichtgedrängtes Wochenprogramm liegt vor uns und so geht`s bereits um 8 Uhr 30 los,
mit zwei Jeeps hinauf in die albanischen Berge zu einer armen Familie. Valbona, so heißt die junge Frau, lebt mit ihren Kindern und ihrer Schwiegermutter unter für uns unvorstellbaren Bedingungen. Valbonas Mann sitzt im Gefängnis. Der Verein hat hier allerdings schon einiges geleistet, ein Ofen erwärmt wenigstens einen Raum notdürftig, eine Küche wurde ebenfalls eingebaut. Wir bringen Mehl und weitere Lebensmittel mit, damit die Familie über den Winter kommt. Ich bin erschüttert über die Lebensumstände, obwohl ich von meinen Afrikareisen schon einiges gewohnt bin. Hier kommt allerdings die Kälte dazu.

   


 
Auch die Nachbarsfrau Gezim lebt unter ähnlich harten Bedingungen.  

   


 
Auch sie erhält Lebensmittel und eine kleine Geldspende. Anschließend geht`s gleich zurück nach Fan zur Kirche, wo ich in der Messe für die katholische Gemeinde ein, zwei Lieder singen und spielen soll.

Vor der Messe spiele ich mich, auf einer Mauer des Vorplatzes sitzend, im strahlenden Sonnenschein ein.

   


 
Eine Ordensfrau aus Italien erscheint und singt mit mir. „Oh sole mio“ und „Bella Ciao“.  Sie ist trotz ihres hohen Alters sehr temperamentvoll und wir lachen viel gemeinsam. Eine tolle Begegnung.


Die Kirche ist gut gefüllt und letztendlich werden es fünf Lieder und einige Instrumental-beiträge, der italienische Pfarrer scheint an meiner Musik Gefallen gefunden zu haben. Interessant für mich ist, dass es auf Grund des Religionsverbotes während des Kommunismus jetzt kaum katholische Geistliche in Albanien gibt und deshalb italienische Geistliche die Arbeit in den Gemeinden übernehmen. Die Predigt wurde übrigens von einem jungen Albaner vom Italienischen ins Albanische übersetzt. Faszinierend.


 
Nach der Messe ab in den Jeep und auf nach Rreshen zum Mittagessen und einem kurzen Bummel durch die kleine Stadt. Auf dem Heimweg geht es wie beinahe jeden Tag zuerst zur Schule, wo die 8000 Kilogramm Mehl gelagert sind. Wir fassen Mehl für die Familie Frrobu nach. Nach einer unruhigen Fahrt zu unserem Haus in den Bergen, die Straßen sind teilweise grenzwertig, und einer kurzen Ruhepause im Haus fährt das Team zu Familie Frrobu, während ich mich mit der Übersetzerin Ida auf meine ersten Unterrichtsstunden am nächsten Tag vorbereite.

Montag, 25. September 2017

Wie jeden Tag, Frühstück um 7 Uhr 00 früh, wieder prima vorbereitet von Paul und Ursula.
Aber schon um 8 Uhr geht es los zur Schule Klos, wo mich um 8 Uhr 45 meine erste Unterrichtsstunde erwartet. Ich bin gespannt und ganz schnell positiv überrascht über das Interesse und die Disziplin der Gymnasiasten und Gymnasiastinnen. Meine Lektion mit
„Malen zu Klassischer Musik“ gefällt ihnen und alle Beteiligten haben sichtlich Spaß daran.

   


 
In der darauffolgenden Stunde ist dann Singen mit jüngeren Kindern angesagt.

Auch diese Stunde verläuft sehr positiv. Ich singe mit der Klasse einige Lieder wie „Un poquito cantas“, „Everybody loves Saturday Night“, „Bella ciao“ oder meinen „Senegal Reaggae“ mit wenig Text in jeweils mehreren Sprachen, auch in Albanisch, wobei meine Übersetzerin Ida sehr hilfreich ist, da sie auch gerne singt.

   


 
Etwas erleichtert genieße ich dann in der 3. Stunde die Vorführungen des sympathischen Musiklehrers Fran mit seinen Schülern und Schülerinnen. Eine große Gruppe spielt uns mit ihren „Ciftelis“ albanische Volksmusik vor. Faszinierend und auf tollem Niveau. Weiters gibt es Musikstücke mit den Boomwhackers, mit Flöten als auch Gesang und Tanz.

In der 4. Stunde folgen die Vorführungen der Turnlehrerin im Freien. Da geht`s tüchtig zur Sache. Die Kleinsten punkten mit lustigen Turnvorführungen, während die älteren Mädchen leidenschaftlich moderne Choreografien zu Disco- und Popmusik präsentieren.

   


 
Ein Besuch der Schulbibliothek, welche vom Verein ebenfalls jährlich unterstützt wird, beendet den abwechslungsreichen Vormittag an der Schule. Zum Essen geht`s kurz an die Autobahnraststätte und unterbricht das dichtgedrängte Tagesprogramm angenehm. Daraufhin folgt die Mehlverteilung an der Schule, jedes Kind erhält 10 Kilogramm Mehl.  Ein Besuch der Familie Lushi Frroku beendet das offizielle Programm.

Am Abend mache ich meine erste Erfahrung mit „Skanderbeu“, dem albanischen Cognac, nach einer von Baba Paul vorbereiteten Jause. Interessante Gespräche mit unseren albanischen Teammitgliedern Ndue und Nikoll, bestens übersetzt von Ida und Florjana, führen mich in die Geschichte Albaniens ein.

Dienstag, 26. September 2017

Kalt und regnerisch ist es nun. Frühstück im Freien wie immer und Abfahrt mit Ida und Mark bereits um 8 Uhr 15 zur Schule Klos, wo ich mit der 7. Klasse wieder „Malen zu Klassischer Musik“ unterrichte. Wieder sind die Kinder begeistert und anschließend schenke ich Fran die gesamten Unterrichtsmaterialien, welche er dazu benötigt. Zeichenpapier, Malstifte, Spitzer, Klebstreifen etc. Ihm haben die Lektionen gut gefallen, obwohl er diese Art von Musikunterricht nicht gekannt hat. Schade, dass nie die Zeit blieb, mich mit ihm eingehender über albanische Musik zu unterhalten. Eine Lektion über die ungeraden Taktarten und die melodischen Verzierungen mittels Vierteltönen hätten mich brennend interessiert.

   


 
Während meiner Musikstunde besuchte das Team die Volksschule Konaj und Valbonas Nachbarin, um auch ihr noch Mehl für den Winter zu bringen. Anschließend trafen wir uns an der Schule Klos und besuchten ein Volleyball-Match. Die Mädchen brachten dabei die Jungen ziemlich zum Schwitzen. Lustiges Detail: Die Dressen der Mädchen trugen die Aufschrift FC Höchst und auf der Vorderseite das Logo der Firma BLUM.

Weiter ging`s zur Schule Petoq, einer Kleinschule mit nur drei SchülerInnen. Die Landflucht in diesem Bergtal ist enorm. In den letzten Jahren wurden mehrere Schulen geschlossen. Eigentlich verständlich, die beruflichen Perspektiven in den Bergtälern sind sehr gering und die Städte boomen nach meiner subjektiven Einschätzung doch ziemlich.

Als ob wir nicht bereits hoch genug in den Bergen wären, ging es noch mal viele Kilometer hinauf in Richtung Berggipfel. Auf einer romantischen Wiese entfachte unser Fahrer und Tausendsassa Mark gekonnt ein Feuer. Wir grillten Landjäger und Schüblinge. Gut war`s in Kombination mit einem „Tirana“, dem albanischen Bier. Eine Tanzeinlage von Mark zu albanischer Discomusik aus dem Autolautsprecher sorgte für allgemeine Erheiterung, auch Ida erwies sich als gute Tänzerin.

Während die Jeeps anschließend auf der Straße talwärts fuhren, gingen wir zu Fuß abwärts zum „Haus“ des alten Malers Mark und seiner Frau Brenda. Vom „Haus“ war nicht mehr all zu viel übrig und das, was ich gesehen habe, nicht mehr lebenswert. Voller Stolz zeigten sie uns ihren „Neubau“, ein Zwei-Zimmer-Häuschen mit Betonboden und kärglich eingerichtet.
Wir überbrachten dem alten Paar Mehl und eine kleine Spende. Unvergesslich die Freude des Malers über das Wiedersehen mit den Teammitgliedern, er redete wie ein Wasserfall und lachte, lachte, lachte mit seinem letzten Zahn.

   


 
Weiter ging`s zum Haus eines Taubstummen. Ein beeindruckender, großgewachsener Mann mit einer netten Frau und einem schüchternen, ebenfalls taubstummen Sohn. Verzweifelt versuchte er mir zu erklären, dass das Haus an der Rückwand einsturzgefährdet ist, was ich aufgrund der tiefen Risse auch selbst sah. Solche Situationen der Hilflosigkeit gehen zu Herzen, in Albanien sind sie leider an der Tagesordnung und es war für mich nicht immer einfach, damit umzugehen.

Nein, noch war nicht Freizeit angesagt, denn Paul hatte noch eine Überraschung im Köcher. Nur 200 Meter hieß es am Ende des Talkessels ... ja, er meinte wohl 200 Höhenmeter ... aufwärts über einen kleinen, äußerst steilen Trampelpfad zur Familie Pjeter Keci, wo wir ein weiteres Haus, das kurz vor dem Einsturz stand, besichtigten. Die Küche sicherheitshalber bereits im Freien.

Daneben waren mehrere Männer mit einem Neubau beschäftigt. Ein hübsches Häuschen, aber null Isolation. Auf den Dachbalken ruhte nur ein dünnes Blechdach, keinerlei Isolationsmaterial unter dem Dach oder an den Wänden. Und das bei Temperaturen von bis zu Minus 25 Grad im Winter??
Dann endlich Freizeit, Kaffee trinken und im „Supermarkt“ einkaufen im Dorf, Heimfahrt ins Quartier und ein gemütliches Zusammensitzen am Kamin.

Mittwoch, 27. September 2017

Morgendliche Prozedur wie üblich, heiß duschen bei gefühlten 5, 6 Grad, hier schon Luxus, helfen gegen mein Verwöhnt-sein im „Ländle“, anschließend Frühstück, jeweils mit frischem Brot von Dalina.

Los geht`s gleich um 8 Uhr mit dem Besuch der Schule in Gjageza. Esmeralda, die hübsche Frau unseres Fahrers Mark ist dort Lehrerin in einer Kleinschule mit nur fünf Kindern. Eine lustige Theatervorführung erwartet uns. Schön, wie ernsthaft die Kinder bei der Sache sind, und ellenlange Texte auswendig präsentieren. Das erinnert mich an Vorarlberger Kinder in den 50iger und 60iger Jahren.

Anschließend geht`s umgehend nach Domgjon, wo ich eine weitere Unterrichtsstunde mit Singen halte. Auch hier sind die Kinder begeistert. Anschließend besuchen auch wir eine Musikstunde des Musiklehrers Fran. Er scheint hier überall Musikunterricht zu geben. Tolle Cifteli-Musik und traditionelle Tänze von hübschen Mädchen in bunten Trachten begeistern

   


 
Nach einer kurzen Kaffeepause erhalten alle Schüler ihre Mehlration und wir folgen einer Einladung zum Mittagessen ins Haus von Florjana, unserer zweiten Übersetzerin.

Hier werden wir ziemlich verwöhnt. Salate, Gemüse, Oliven usw. dazu eigenartig dicht „geschichtete“ Omeletten, die mir gut schmecken. Auch das Haus ergibt ein ganz anderes Bild. Ein Neubau mit einem wunderbaren, modernst gefliestem Bad. Im Laufe des Gesprächs erfahre ich, dass der älteste Sohn in Belgien arbeitet und seinen Eltern dieses Haus umgebaut hat. Er muss sehr geschickt sein und seine Familie sehr lieben.

Während Paul und ich rasten, wandert das Team zur Quelle. Nachher gibt es in der Schule Klos eine Besprechung mit den Direktoren und anschließend mit den Studenten.

Das Abendessen im Haus von Nikoll, entpuppt sich trotz einer großen Auswahl an Gemüse und Salaten als Kalorienbombe, jedenfalls muss ich spätestens bei der „Ziege“ passen. Die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Menschen in Albanien, auch der Mittelstand hat ja nicht viel, wird mir wohl für immer Erinnerung bleiben. Dank an Nikoll, und besonders an die Frauen, die rund um die Uhr in der Küche werkelten um uns zu verwöhnen.

   


 
Donnerstag, 28. September 2017

Letztes Frühstück und Abschied von Dalina und ihrem Haus inmitten der Weinberge. Ein bisschen Wehmut macht sich breit, als wir um 8 Uhr 30 abfahren, in Klos noch im Supermarkt die Wochenrechnung begleichen und uns von Florjana verabschieden.

Dann erfolgt die lange Fahrt über die neue Autobahn talauswärts nach Lezhe. Während einer Kaffeepause besorgt mir Mark in der pulsierenden Stadt noch albanische Musik und ich kaufe mir ein Cifteli.

Kurz darauf geht es weiter nach Shkoder, einer noch größeren Stadt, wo wir in einem tollen Hotel absteigen und gleich eine Kleinigkeit im Garten essen. Direkt daneben fließt ein kleiner Fluss und es wird mir zum wiederholten Mal klar, dass Albanien in Sachen Kanalisation und Müllentsorgung noch großen Aufholbedarf hat. Schade um die wunderbare Natur!

Am Nachmittag geht`s zum Jugendzentrum ASTA ins Zentrum von Shkoder. Meine letzte Musikstunde mit Kindern und Jugendlichen verschiedenen Alters. Zwei Mädchen spielen noch Geige und am Ende der Stunde wollen die Kinder gar nicht mehr aufhören zu singen. Immer wieder kommen einzelne nach vorne, stimmen Lieder an und machen ihre Show.
Die Stimmung ist richtig ausgelassen und die herzlichen Umarmungen einiger Kinder zeigen mir, dass ich das wohl gut gemacht habe, wenn solche warmen Emotionen entstehen.
Nun steht der Einkauf von Nahrungsmittel für bedürftige Familien an. Frida, die hübsche Leiterin des Jugendhauses, Angela und Kola helfen uns dabei. Anschließend besuchen wir drei Familien und bringen ihnen die Lebensmittelpakete vorbei. Über die Schicksale dieser Familien möchte ich lieber nicht reden. Die restlichen Pakete werden dann am Freitag ohne mich verteilt.
Auf der Fahrt durch die Stadt bekunde ich mein Interesse an den Romas und Frida fährt mit uns spontan in eine Roma-Siedlung am Stadtrand und organisiert einen kurzen Besuch in einer Roma-Wohnung. Ich kann mir ein kurzes Bild machen und es mit meinen Erfahrungen in Rumänien vergleichen. Subjektiv gesehen macht das auf mich den Eindruck, als würden die Roma in Albanien etwas besser bzw. toleranter behandelt.

   


 
Nachdem dies für mich der letzte Tag in Albanien ist, essen wir „nobel“ in einem Restaurant am Fluss zu Abend. Das riesige Restaurant bietet eine absolut tolle Küche und von der Ausstattung her hohes, westliches Niveau mit ein bisschen Kitsch dazu. Todmüde lassen wir uns nach einigen Gläschen Rotwein und einer letzten, heißen Diskussion mit Lukas, Nikoll und Ndue ins Bett fallen. Die arme Ida musste wieder mal bis zum letzten Wort übersetzen!

Freitag, 29. September 2017

Frühstück und guten Kaffee in der Hotel-Lounge mit anschließender Schlussbesprechung.
Direkt über dem Hotel in Shkoder thront eine riesige Burganlage. Zum Abschluss fuhren Dolmetscherin Ida, Nikoll, Ndue, Lukas, Cindy und ich noch für eine kurze Besichtigung zur Burg hoch. Riesige Ausmaße – eigentlich eine Stadt innerhalb von Befestigungsmauern -hinterließen einen nachhaltigen Eindruck. Die Schattenburg nimmt sich dagegen wie ein Spielzeug aus.


 
Anschließend hieß es für einen Teil des Teams Abschied nehmen. Während Paul, Ursula, Lukas und Cindy noch in Shkoder blieben um mit Frida die restlichen Pakete an die Familien zu verteilen, fuhr ich mit dem Rest des Teams nach Tirana zum Flughafen. Leider musste ich aus familiären Gründen die Heimreise einen Tag früher antreten.
Die lange Wartezeit verkürzte ich mir mit einem guten Buch, dann ging es via Ljublijana nach Zürich und von dort mit dem Zug nach Hause.
Eine wunderbare Reise hinterlässt viele tiefe Eindrücke. Wieder was gelernt über unsere Welt.

Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und das Engagement an die neuen albanischen und österreichischen Freunde!

Wolfgang Verocai
Im Oktober 2017